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Mich. Baader
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Frühes Mikroskop von Michael Baader aus München um 1855 (Höhe bei eingefahrenem Tubus: 28 cm). Unterhalb des Tisches befindet sich ein Rändelrad für den Feintrieb, das auf eine runde Säule wirkt. Die Grobfokussierung erfolgt über das Schieben des Tubus. Die Signatur Mich: Baader, München befindet sich auf dem Tubusarm, eine Seriennummer ist nicht vorhanden. Unter dem Tisch befindet sich neben dem Konkavspiegel an der geschwungenen Halterung ein Lochblendenrevolver mit 5 Positionen. Zur Optischen Ausstattung gehören 2 Okulare sowie das Objektiv Nr. 1 (bestehend aus 2 Segmenten) und das Objektiv Nr. 2 (bestehend aus 3 Segmenten).
Dieses Mikroskop hebt sich durch sein elegantes Design von anderen Mikroskopen seiner Zeit ab. Mit Ausnahme des schwarz lackierten Gusseisenfußes besteht es aus zaponiertem und geschwärztem Messing. Zum Schutz der Arbeitsfläche wurde die Unterseite des Fußes mit Leder versehen. Für den Transport im Weichholzkasten wird der Tubus vom Stativ getrennt. Die Vergrößerungstabelle im Kasten gibt Auskunft über die erzielte Vergrößerung für die beiden Okulare in Kombination mit den einzelnen Objektivsegmenten. Im Kasten befinden sich außerdem noch ein Gewindeadapter, ein Skalpell, eine Pinzette und eine Präparationsnadel. Ein jüngerer handschriftlicher Besitzvermerk wurde mit schwarzer Tinte in den Kasten geschrieben: Louis Lotz, Milwaukee, Wis. .
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Der ehemalige Besitzer dieses Mikroskops von Michael Baader war Louis Lotz aus Kaiserslautern (1843 - 1923), der persönlich seinen Namen im Kasten vermerkte. Er gründete 1890 die Deutsche Apotheke in Milwaukee, Wisconsin, und war Lehrer des Pharmazeuten Edward Kremers (1865 - 1941), dem Begründer des einzigartigen pharmaziehistorischen Archivs in Madison.

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Martin Woerle (1795 - 1851) - zugleich Lehrer, Arbeitgeber und Schwiegervater Michael Baaders - arbeitete bei Joseph von Fraunhofer (1787 - 1826) im bayrischen Benediktbeuern. 1824 übernahm er im benachbarten Kohlgrub das väterliche Anwesen und baute es 1835/36 zu einer optischen Werkstätte aus. Woerle reichte 1838 ein Gesuch auf Niederlassungsrecht in München ein, wo er ein paar Jahre später seine Tätigkeit aufnahm. Michael Baader (abweichende Schreibweise: Michael Bader) arbeitete seit 1838 bei Martin Woerle und übernahm 1852 dessen optische Werkstätte. Der Bruder von Michael Baader, Joseph Baader, arbeitete zeitweise in Wien bei Jacob Waldstein (1810 - 1876), der die Wiener Optiker mit hochwertigem Glas versorgte. Vermutlich gelangten gegen 1845 auf diesem Weg wertvolle Information über Glasschmelzen von Benediktbeuern nach Wien.

Auf den Industrieausstellungen in den Jahren 1854 und 1858 stellte die optische Fabrik Michael Baader unter anderem Fernrohre, Mikroskope und Kameras vor. Nachfolger von Michael Bader wurde im Jahre 1868 Johann Baader.

Interessierte seinen auf folgende Werke von Alto Brachner aufmerksam gemacht:
1. Mit den Wellen des Lichts, Ursprünge und Entwicklung der Optik im süddeutschen Raum (1987), Olzog, München und
2. Die Münchner Optik in der Geschichte, 1750 - 1984 (1986) Diss., Technische Universität München.
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