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Ernst Gundlach
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Stativ No. 5 von Gundlach um 1869 (Höhe: 26cm) aus
zaponiertem, geschwärztem Messing und Stahl. Das
Mikroskop ist am Tubus mit E. Gundlach, Berlin
signiert, die Serienummer 610 wurde in den
Edelholzkasten gestanzt. Die Grobfokussierung erfolgt
über den Schiebetubus, die Feinfokussierung über das
Rändelrad unterhalb des Tisches, das auf den
Parallelogrammtrieb wirkt. Der Beleuchtung dient ein
verstellbarer Plan-/Konkavspiegel sowie drei
Lochblenden in einer Halterung. Die Optik setzt
sich aus den Okularen Nr. I und Nr. III (mit Schlitz für
Okularmikrometer) und den Objektiven
No I, No III, No V und No VII Immersion
(alle 4 im kleinen Lederkasten).
Ernst Gundlach (1834 - 1908) arbeitete nach seinen Lehr- und Wanderjahren, die ihn unter anderem nach Wien, Amsterdam und Paris führten, bei Friedrich Belthle (1829 - 1869) in Wetzlar.

1859 machte Gundlach erstmalig eine Werkstätte in Wetzlar auf und gewann die Gebrüder Seibert (Wilhelm,1840 - 1925 und Heinrich, 1842 - 1907) für seine Pläne. Nach einem Jahr scheiterte jedoch das junge Unternehmen und Gundlach ging nach England. 1866 unternahm er einen neuen Versuch und gründete in Berlin (Ritterstr. 26) das 'Optisches Institut'. Diesmal erzielte er durch hochwertige Optik besonders durch Glycerin-Immersions Objektive schnell internationale Beachtung bei den Forschern. Teilweise fertigten die Gebrüder Seibert Linsen und Stative für Gundlach.

Das 'Optische Institut' expandierte: Es folgten Umzüge in die Genthiner Str. 8 (1870) und in die Charlottenburger Leibnizstr. (1871). Bis 1872 wurden knapp 1000 Mikroskope gefertigt. Trotz der guten Auftragslage erwies sich das Unternehmen aufgrund von Mißwirtschaft als nicht überlebensfähig. Gundlach emigrierte in die USA, wo er kurze Zeit mit Tolles und Hackensack zusammenarbeitete, bevor er Mitarbeiter bei Bausch & Lomb wurde. 1878 gründete er die Gundlach Manhattan Optical Co. in Rochester und produzierte wieder unter seinem Namen Mikroskope. Er kehrte 1904 nach Berlin zurück, wo er 1908 an einem Schlaganfall starb.

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Frühes Messingmikroskop von Gundlach, Berlin vor
1870 (Höhe: 24 cm). Die Signatur E. Gundlach, Berlin
befindet sich am runden Fuß. Von der optischen
Ausstattung sind das mit E. Gundlach signierte
Objektiv No. II und das Okular No. I sowie der
Konkavspiegel und die Lochblendenscheibe unter dem
Tisch vorhanden. Die Grobfokussierung erfolgt über
den Schiebetubus, wohingegen die Feineinstellung
über einen aufwendigen Mechanismus am Tisch
durchgeführt wird (Messing geschwärzt). Im
Unterscheid zu anderen Herstellern (z. B. Paul
Waechter 1846 - 1893 oder Friedrich Wilhelm Schieck
1790 - 1870) ermöglicht die Aufhängung des Tisches
hier eine Verschiebung des Präparates auf der
optischen Achse für die Feinfokussierung.
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Mikroskop von Gundlach um 1880 (Höhe: 30 cm). Die Signatur Ernst Gundlach ist auf dem Tubus abzulesen. Ungewöhnlich an diesem Mikroskop ist der schwarz lackierte 'Donut-Fuß' aus Gußeisen. Der Grobfokus erfolgt über den Tubus, wohingegen die Feineinstellung über einen Mechanismus am Tisch durchgeführt wird (Messing geschwärzt). Das Objektiv ist signiert mit Ernst Gundlach B ½ und 1 IN. Unter dem Tisch befindet sich ein Plan-/Konkavspiegel und eine Lochblendenscheibe mit 5 Positionen. Die beiden Okulare zeigen keine weitere Signatur. Das Mikroskop wird stehend in einem einfachen dunkel gebeizten Kasten aufbewahrt.
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