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Ernst Leitz
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Frühes Messingmikroskop (Stativ II) von Ernst Leitz
aus Wetzlar im Juli 1876 gefertigt (Höhe bei
eingefahrenem Tubus: 28 cm). Das Mikroskop ist
am Tubusträger mit der geschwungenen Signatur
E. Leitz, Wetzlar und der Seriennummer No 2501
gekennzeichnet. Das Oberteil ist um die optische
Achse drehbar. Unter dem Tisch befindet sich
eine höhenverstellbare Lochblendenhalterung in
Schwalbenschwanzführung und ein schwenkbarer
Plan-/Konkavspiegel. Die Einstellung der Vergrößerung
kann über den Auszugstubus vorgenommen werden.
Die Ausstattung dieses Mikroskops ist
reichhaltig: Okulare 0, I, II, III, V, Objektive
im Lederkasten: No 3, No 5, No 7, No IX Immersion
mit Korrektur, Okularmikrometer und 3 Lochblenden.
Der Glockentrieb oberhalb der Säule am Stativ II wurde
von Leitz nur auf Kundenwunsch gefertigt, wie
im Katalog von 1875 vermerkt.

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Wetzlaer Messingmikroskop von Leitz vom 20.09.1892 (Auslieferungsdatum, Stativ IIa, Höhe bei eingefahrenem Tubus: 30 cm) mit einfachem festen Tisch, höhenverstellbarem Kondensor mit Irisblende, neigbarem Stativ, Dreifachobjektiv-revolver, Auszugstubus, Grob- und Feintrieb sowie Plan- und Konkavspiegel. Die schöne geschwungene Signatur E. Leitz Wetzlar, No 23852 befindet sich am Fuß. Das Zubehör ist laut Auslieferungskarte von Leitz vollständig und umfaßt vier Okulare (Nr. 1, Nr. 3, Nr. 5 und Nr. 12), drei Objektive in Messingcontainern (Nr. 3, Nr. 7 und Oel Immersion, Apert. 1,30) und drei Lochblenden mit Halterung. Das Instrument wird stehend in einem abschließbaren Hartholzkasten aufbewahrt, der dieselbe Nummer trägt wie das Mikroskop.
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Messingmikroskop (Stativ Typ Ia) der Firma Leitz, Wetzlar. (Höhe bei eingefahrenem Tubus: 32 cm). Das Herstellungsdatum dieses Instruments war der 22.05.1906. Die Signatur E. Leitz Wetzlar, No 87443 befindet sich am schwarz lackierten Hufeisenfuß auf
der rechten Seite. Der Mahagonikasten trägt die
gleiche Kennung und darüber hinaus ein
Metallschildchen mit der Aufschrift E. Leitz Wetzlar,
Filiale St. Petersburg, Woskressenski 11
. Das Gerät verfügt über einen Fein- und einen Grobtrieb, einen vollständigen Abbeschen Beleuchtungsapparat mit Irisblende, einen Dreifachobjektivrevolver (Nr. 4, Nr. 6
und Nr. 7) und einen Plan-/Konkavspiegel. In dem abschließbaren Kasten befinden sich außerdem die Okulare Nr. 1, Nr. 3 und Nr. 4, Blaufilter und mikroskopisches Besteck.
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Schulmikroskop Stativ GH von Leitz (Höhe bei eingefahrenem Tubus 31 cm). Dieses Mikroskop wurde laut Vergrößerungstabelle im Kasten am 08.08.1934 von der Berliner Leitz-Niederlassung ausgeliefert. Die Signatur Ernst Leitz, Wetzlar, No 209979 befindet sich auf dem Tubus. Kennzeichen dieses Gerätes sind der Dreifachobjektivrevolver (Nr. 3, Nr. 6 und Oel-Immersion 1/12, N.A. 1,30), der Grob- und der einseitige Feintrieb, der höhenverstellbare Kondensor mit Irisblende und Filterhalterung sowie der Plan-/Konkavspiegel. In dem Weichholzkasten befindet sich außerdem noch eine Gebrauchsanweisung für das Oel-Immersionsobjektiv, die Okulare Nr. 1, Nr. 3 und Nr. 4, Blaufilter sowie mikroskopisches Besteck.
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Wetzlaer Mikroskop zur Trichinenschau von Leitz
(Stativ V, Höhe bei eingefahrenem Tubus: 30 cm) mit
festem Tisch, Grobtrieb, Lochblendescheibe mit 5
Positionen und Gußeisenstativ. Der Tisch, der Tubus
und die Tubushalterung sind aus zaponiertem bzw.
geschwärztem Messing gefertigt. Die Signatur
E. Leitz, Wetzlar No 48810 befindet sich am Tubus.
Die Optische Ausstattung ist mit dem Okular Nr. 1
und dem Objektiv Nr. 3 vollständig. Diese Mikroskop
wurde am 23.12.1898 von Leitz fertiggestellt. Das
Instrument wird liegend im abschließbaren
Mahagonikasten aufbewahrt, der dieselbe Nummer
trägt wie das Mikroskop.
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Ein schönes Beispiel eines Leitz Statives IIb mit englischem Fuß vom 01.04.1905 (ausgeliefert über
das Zweigeschäft Berlin N.W. 6, Luisenstr. 45, Höhe
bei eingefahrenem Tubus: 30cm). Die Signatur E.
Leitz, Wetzlar, No 80659
befindet sich am Tubus.
Die Kennzeichen dieses Mikroskops sind der
Dreifachobjektivrevolver, der typisch englische,
schwarz lackierte Messingfuß, der Grob-
und Feintrieb, der einfache Tisch mit
Objektträgerklammern, der Kondensor und
der höhenverstellbare Plan-/Konkavspiegel.
Wahlweise zu dem Kondensor mit Irisblende und
Filterhalter kann auch eine Lochblendenhalterung
angebracht werden. Die übrige optische
Ausrüstung ist mit den Okularen
Nr. 1 und Nr. 4 sowie den Objektiven Nr. 3,
Nr. 6 und 1/12 Oel Immersion (Apert. 1,30) sowie
dem Blaufilter vollständig. Das Mikroskop wird
stehend in einem abschließbaren
Mahagonikasten aufbewahrt. Dieses Mikroskop
wurde in dieser Weise von 1897 an von
Ernst Leitz, Wetzlar hergestellt.
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Zwei einfache Präparations-
mikroskope (Höhe des linken Gerätes: 17 cm, des rechten: 15 cm). Bei dem linken Gerät handelt es sich um ein unsigniertes Vollmessingmikroskop vermutlich deutscher Herkunft um 1880, wohingegen das rechte, jüngere Mikroskop von der Firma Leitz, Wetzlar stammt. Die Signatur auf dem Kasten lautet E. Leitz, M. Goldberg, St. Petersburg und auf dem Gerät E. Leitz Wetzlar - eine Seriennummer ist nicht vorhanden. Die Fokussierung erfolgt durch die beidseitige Rändelschraube. Weitere Kennzeichen dieses Präparationsmikroskops sind die abnehmbaren Handauflagen, der Planspiegel, der abgerundete lackierte Eisenfuß und die austauschbare Tischeinlegeplatte.
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Binokulares Mikroskop von Ernst Leitz (Höhe bei
eingefahrenem Tubus: 32 cm). Nach Auskunft des Archivs
der Firma Leica und nach der Vergrößerungstabelle im
Kasten wurde dieses Stativ A am 09.08.1921 mit den
Objektiven Nr. 3 und Nr. 6 sowie den Okularpaaren Nr. 2
und Nr. 4 ausgeliefert. Das Objektiv 1/12 Oilimmersion wurde nachgerüstet. Die Signatur ist auf dem
Binokulartubus abzulesen Ernst Leitz, Wetzlar,
No 192169
. Dieses Gerät verfügt über einen
Drehtisch, einen Dreifachobjektivrevolver, einen
Abbeschen Kondensor, einen Plan-/Konkavspiegel, eine
Grob- und einen skalierten Feintrieb. Der Augenabstand
kann über das Rändelrad am Binokulartubus eingestellt
werden. Diese Art des Binokularmikroskops mit
Strahlengang nach Felix Jentzsch (1882 - 1946) wurde von
Leitz 1913 mit großem Erfolg eingeführt.
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Mikroskoplampe von Leitz um 1935
aus schrumpflackiertem Eisen und Stahl
(max. Höhe: 30 cm). Die Signatur E. Leitz, Wetzlar
befindet sich am Lampenschirm. Dieses Gerät
kam an der Hautklinik, Berliner Charite
(Humboldt-Universität) zum Einsatz.
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XY-Verfahrtisch von Leitz um 1900 in mit Samt ausgeschlagener Schatulle. Dieser XY-Mover läßt sich schnell an Mikroskope der Firma Leitz und anderer Hersteller mit einfachem Tisch anbauen, um eine definierte Verfahrung des Präparates zu ermöglichen.
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Mikroskopstativ Ia von Ernst Leitz aus Wetzlar
(Höhe bei eingefahrenem Tubus: 29 cm). Es wurde
am 18.12.1888 durch den Mechaniker Emil Keller
fertiggestellt. Das Mikroskop ist am Fuß mit der
geschwungenen Signatur E. Leitz, Wetzlar
und der Seriennummer No 14077 markiert.
Die umfangreiche Ausstattung umfaßt folgende
Komponenten: einen Zweifachobjektivrevolver,
die signierten Objektive Nr. 1, Nr. 3, Nr. 7,
1/12 Oelimmersion, die Okulare 1, 3, 4, 5, einen
Abbeschen Kondensor, zwei Plan-/Konkavspiegel,
eine höhenverstellbare Lochblende mit
2 Lochblenden und einen Mahagonikasten.
Es verfügt über einen Fein- und einen Grobtrieb.
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Die frühe Geschichte der Firma Leitz ist eng mit den Namen Carl Kellner (1826 - 1855), Moritz Carl Hensoldt (1821 - 1903), Friedrich Belthle (1829 - 1869), Heinrich Friedrich Rexroth (?), Louis Engelbert (? - 1887), Wilhelm Seibert (1840 - 1925), Heinrich Seibert (1842 - 1907) und Ernst Gundlach (1834 - 1908) verbunden.

Moritz Carl Hensoldt ging nach dem Ende seiner Ausbildung im Jahre 1841 bei dem Mechaniker und Graveur Georg Andreas Wiskemann in Saalfeld auf Wanderschaft. Diese führte ihn zu F. W. Breithaupt nach Kassel (bis 1843) und anschließend zu Repsold & Söhne nach Hamburg, wo er im Sommer 1846 Carl Kellner kennenlernte. Es folgte eine enge Freundschaft zwischen Kellner und Hensoldt, die noch heute durch einen Briefverkehr belegt ist (pers. Mitt. Belz-Hensoldt). Carl Kellner nahm bereits 1843 als 17jähriger bei Dr. Stein in Gießen Mathematikunterricht und lernte den Instrumentenbau bei Satorius in Gießen. Im Jahre 1849 gründeten die beiden Freunde das Optische Institut in Wetzlar, welches Hensoldt jedoch noch im selben Jahr verließ, um in seine Geburtsstadt Sonneberg zu ziehen. 1851/52 folgte er nochmals der Bitte Kellners und arbeitete im Optischen Institut in Wetzlar. Dennoch gründete er 1852 eine eigene Werkstätte in Sonneberg. Bevor er selbst komplette Mikroskope baute, fertigte er dort Mikroskopstative für Kellner.

Die erste große Entwicklung Kellners erfolgte bereits 1849: “Das orthoskopische Ocular, eine neu erfundene achromatische Linsencombination", das sich durch gute Bildfeldebnung auszeichnete. Dieses Okular erhielt aufgrund seiner hervorragenden Eigenschaften bei führenden Wissenschaftlern viel Anerkennung. Aufbauend auf dieser Erfahrung begann Kellner zunächst Fernrohre und ab 1851 Mikroskope zu bauen. Bereits im folgenden Jahr verließen 28 Mikroskope die kleine Werkstätte und 1853 dann sogar 39 Mikroskope. 1854 trat der Neffe Kellners, Wilhelm Seibert, als Lehrling in den Betrieb ein, sein Bruder Heinrich folgte 1856.

Nach dem Tode Kellners 1855 übernahm zunächst sein enger Vertrauter Louis Engelbert die Leitung des Optischen Institutes in Wetzlar. Bereits nach einem Jahr heiratete die Witwe Kellners den Gehilfen Friedrich Belthle und übertrug diesem die Leitung der kleinen Firma. Von 1857 bis 1861 war Heinrich Friedrich Rexroth Partner von Belthle, was an der Signatur der Mikroskope dieser Zeit zu erkennen ist: Belthle & Rexroth, C. Kellners Nachfolger. 1861 machte sich Rexroth mit dem Bau telegraphischer Anlagen selbständig und schied aus dem Unternehmen Belthle & Rexroth in Wetzlar aus. Ernst Gundlach, der seit 1858 bei Belthle arbeitete, verließ bereits 1859 mit den ehemaligen Auszubildenden Wilhelm und Heinrich Seibert das Unternehmen, um sich selbständig zu machen.

Ernst Leitz (1843 - 1920), der seit 1864 bei Belthle arbeitete und ab 1865 Teilhaber war, übernahm 1869 die erfolgreiche, kleine Firma. Leitz erhielt seine Ausbildung beim Mechaniker Christian Ludwig Oechsle in Pforzheim, seine Wanderjahre führten ihn u.a. nach Neuchatel in die Schweiz zu dem berühmten Uhrmacher Matthäus Hipp (Hipp'sche Chronoskop, Hipp'sche Pendel). Durch stetige Verbesserung des Produktionsablaufes und die vermehrte Einführung der Maschinenarbeit gelang es Ernst Leitz, das Unternehmen trotz des hohen Wettbewerbsdrucks zu einem Großunternehmen auszubauen. Ab 1870 wurde das Hufeisenstativ nach Georges Oberhaeuser (abweichende, deutsche Schreibweise: Georg Oberhäuser, 1798 - 1868) eingeführt, das den Mikroskopbau für die folgenden 100 Jahre maßgeblich prägte. Als 1887 das 10.000ste Mikroskop die Firma verließ, zählte diese 100 Mitarbeiter. 1907 waren es bereits 100.000 Mikroskope und nur 5 Jahre später 150.000.

Im Jahre 1920 übernahm der zweite Sohn von Leitz (“Ernst Leitz II“) die Firma. Ein wesentlicher Unternehmensmeilenstein war die Vorstellung der Leica-Kamera auf der Frühjahrsmesse in Leipzig 1925. Nachdem 1974 die Schweizer Firma Wild die Mehrheitseigentümerin wurde, schied im Jahre 1978 die Familie Leitz als Miteigentümerin aus dem Unternehmen aus.

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