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Georg Merz
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Großes Mikroskop von Merz mit Hufeisenfuß,
München um 1867 (Stativ Nr. 1, Höhe
bei eingefahrenem Tubus: 36 cm). Die
geschwungene Signatur G. & S. Merz, in
München
ist am Tubus abzulesen. Die
Grobfokussierung erfolgt über das einseitige
Rädelrad am Tubusträger, die durch eine
Rändelschraube arretiert werden kann,
wohingegen die Feinfokussierung über das
Rändelrad an der dreieckigen Säule unterhalb
des Tisches durchgeführt wird. Die Beleuchtung
wird über eine doppelte, höhenverstellbare
Lochblendenscheibe mit fünf Aperturen und
einen schwenkbaren Plan-, Konkavspiegel
eingestellt. Die Höhenverstellung des Spiegels
wird durch ein Rändelrad an der Rückseite
des Stativs durchgeführt. Der Mikroskoptisch
ist um die optische Achse drehbar.
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Zur optischen Ausstattung gehören unter anderem die Okulare Nr. 1, Nr. 1 1/2 (fokussierbar, mit dem zusätzlichen Vermerk für Objektiv 1/12, I = 0,004834 mm), Nr. 2, Nr. 3, ein Zeichenapparat, die Objektive Nr. 1, Nr. 2, Nr. 3 und Nr. 4. Auf den Messingdosen ist die jeweilige Endvergrößerung vermerkt, die je nach benutztem Okular erreicht wird. Im Detail: Objektiv Nr. 1 (1/3 mit 60, 90, 120), Objektiv Nr. 2 (1/6 mit 120, 180, 240), Objektiv Nr. 3 (1/12 mit 240, 360, 480, 720) und Objektiv Nr. 4 (1/18 mit 360, 540, 720, 1080). Das Immersions-Objektiv Nr. 4 verfügt außerdem über eine skalierte Deckglasdickenkorrektur. Für einfache Polarisation kann ein Nicol-Prisma als Polarisator in den Tisch eingehängt und ein weiteres als Analysator direkt hinter dem Objektiv montiert werden. Der Analysator läßt sich um 90 Grad drehen. Vom Auflichtkondensor ist lediglich der Fuß vorhanden. Dieses Mikroskop ist komplett aus zaponiertem, gebräuntem und geschwärztem Messing sowie gebläutem Stahl gefertigt. Unter dem Hufeisenfuß befinden sich 5 kleine Lederplatten, um die Unterlage zu schonen. Es wird liegend im abschließbaren Edelholzkasten aufbewahrt.
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Mittleres Mikroskop von Merz (Stativ Nr. 2), München
um 1870 (Höhe bei eingefahrenem Tubus: 30 cm).
Die schöne geschwungene Signatur G. & S. Merz,
in München, N 1842
befindet sich am Schiebetubus.
Die Feinfokussierung erfolgt über das Rändelrad
an der dreieckigen Säule unterhalb des Tisches,
wohingegendie Grobeinstellung durch das Schieben
des Tubus durchgeführt wird. Unter dem Tisch
befindet sich eine Lochblendenscheibe mit fünf
Positionen und ein Konkavspiegel. Das Gerät
besteht aus zaponierten, gebräuntem und
geschwärztem Messing. Die Zaponierung
am Tubus ist durch den Gebrauch teilweise
abgegriffen. Das Zubehör umfaßt die Okulare:
1, 1 1/2 und 2, sowie die Objektive 1/3 und 1/12.
Auf den Messingdosen befindet sich außerdem noch
die Angabe für die jeweilige Endvergrößerung, die je
nach benutztem Okular erreicht wird. Im Einzelnen:
Objektiv-Container 1/3: 60, 90 und 120; Objektiv-
Container 1/12: 240, 360, 480. Dieses Mikroskop wird
liegend in einem Weichholzkasten aufbewahrt.
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Mittleres Mikroskop von Merz (Stativ Nr. 2), München um 1860 (Höhe bei eingefahrenem Tubus: 30 cm). Am Tubus befindet sich die geschwungene Signatur G. & S. Merz, in München. Im Unterschied zum oben gezeigten Stativ Nr. 2 ist keine Seriennummer vorhanden. Das Zubehör umfaßt die Okulare Nr. 1, Nr. 2 (unvollständig) und Nr. 3 sowie die Objektive Nr. 1 (Endvergrößerung: 60, 120) und Nr. 2 (Endvergrößerung: 240, 480, 720). Weitere Unterschiede dieses Stativs zum obigen sind die Lochblendenscheibe mit 6 Positionen und der runde, massive Tisch. Der Kasten mit Schiebedeckel und Lederriemen unterscheidet sich ebenfalls deutlich. Für den Transport werden der Tubus, die Okulare und Objektive in seitlichen Holzhalterungen platzsparend verstaut.
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Der 1793 in Bichl bei Benediktbeuern geborene Georg Merz (1793 - 1867) besuchte zunächst die Schule und half anschließend seinem Vater bei der Bestellung der Felder. 1808 trat er als Arbeiter in die neu gegründete Fabrik Joseph Utzschneiders (1763 - 1840) und Georg Reichenbachs (1772 - 1826) ein, in der in Benediktbeuern Flint- und Kronglas herstellt wurde. Da Georg Merz große Begabung in Optik und Mathematik zeigte, wurde Joseph von Fraunhofer (1787 - 1826), der 1807 als Gehilfe der Firma beitrat und ab 1809 das Unternehmen leitete, auf den jungen Arbeiter aufmerksam und machte ihn zum Werkführer. Nach dem Tode Fraunhofers und Reichenbachs im Jahre 1826 wurde er Geschäftsleiter und Direktor der optischen Abteilung dieses ruhmreichen optischen Institutes. 1832 übernahm Georg Merz auch die Verantwortung für die Glasschmelze. Utzschneider verkaufte 1839 schließlich seinen Betriebsanteil an Merz und Franz Joseph Mahler (1795 - 1845), der zuvor die mechanischen Arbeiten überwachte. Nach dem Ableben Mahlers 1845 wurden die Söhne von Merz, Siegmund (1824 - 1908) und Ludwig (1817 - 1858), Teilhaber am Geschäft, das dann als Merz & Söhne firmierte und 1859 von Benediktbeuern nach München verlegt wurde. Der ältere Sohn Ludwig starb mit 41 Jahren an einer Bleivergiftung, die er sich bei der Flintglasherstellung in Benediktbeuern zugezogen hatte. Nach seinem Tode hieß die Firma ab 1858 G. & S. Merz. Die Firma wurde 1903 durch Jakob Merz (1833 - 1906) an Paul Tschokke (1853 - 1932) verkauft.

Das 1811 von Fraunhofer vorgestellte kleine Mikroskop mit achromatischen Objektiven darf als Meilenstein in der Geschichte der Mikroskopie gewertet werden. Georg Merz führte diese Tradition bis zu seinem Tode fort. Die Optik der hier gezeigten Mikroskope zeichnet sich durch die hohe Qualität sowohl in Bezug auf chromatische als auch sphärische Korrektur aus.

Interessierte Leser seien auf folgende Buchtitel aufmerksam gemacht:
herstellerübersicht rundgang