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Achromatisches, pankratisches Messingmikroskop von Plößl
mit bildaufrichtendem/seitenrichtigem Strahlengang, Wien um
1845 (Höhe bei eingefahrenem Tubus: 28 cm, bei
ausgefahrenem 36 cm). Die schöne geschwungene Signatur
Plößl in Wien befindet sich am Tubus. Die Optik dieses
Gerätes setzt sich aus einem zweiteiligen Huygensschen
Okular (zwei Plankonvexlinsen, deren konvexe Fläche zum
Objekt zeigt, mit Innenblende in der Zwischenbildebene),
einem leicht herausnehmbaren Linsensystem im Tubus
(Aufbau gleicht dem eines Huygensschen Okulars), einem
dreiteiligen Objektiv und einem Konkavspiegel zusammen.
Die Fokussierung erfolgt über eine Höhenverstellung des
Tisches mit Hilfe eines einseitigen Rändelrades. Für den
Transport wird der Tubus abgeschraubt und separat in dem
Hartholzkasten verstaut. Der Auszugstubus verfügt über zwei
Skalierungen: eine für die Verwendung des gesamten
dreiteiligen Objektives (1+2+3) mit den Vergrößerungs-
angaben von 60 bis 230fach und eine weitere für die
Objektivsegmente 1+2 mit der Vergrößerungsangabe 30 bis
50fach. Dieses ungewöhnlich gut erhaltene Gerät gleicht im
wesentlichen dem in Schmitz (Schmitz, E.-H. (1981- 1990):
Handbuch zur Geschichte der Optik. Ergänzungsband 2a:
Das Mikroskop. Wayenborgh, Bonn, Seite 128). Das hier
gezeigte Instrument von Plößl zeigt jedoch keinen
Beleuchtungsapparat und keinen Feintrieb, was bei einer
Endvergrößerung von 230fach noch praktikabel ist.