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Simon Plößl
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Achromatisches, pankratisches Messingmikroskop von Plößl
mit bildaufrichtendem/seitenrichtigem Strahlengang, Wien um
1845 (Höhe bei eingefahrenem Tubus: 28 cm, bei
ausgefahrenem 36 cm). Die schöne geschwungene Signatur
Plößl in Wien befindet sich am Tubus. Die Optik dieses
Gerätes setzt sich aus einem zweiteiligen Huygensschen
Okular (zwei Plankonvexlinsen, deren konvexe Fläche zum
Objekt zeigt, mit Innenblende in der Zwischenbildebene),
einem leicht herausnehmbaren Linsensystem im Tubus
(Aufbau gleicht dem eines Huygensschen Okulars), einem
dreiteiligen Objektiv und einem Konkavspiegel zusammen.
Die Fokussierung erfolgt über eine Höhenverstellung des
Tisches mit Hilfe eines einseitigen Rändelrades. Für den
Transport wird der Tubus abgeschraubt und separat in dem
Hartholzkasten verstaut. Der Auszugstubus verfügt über zwei
Skalierungen: eine für die Verwendung des gesamten
dreiteiligen Objektives (1+2+3) mit den Vergrößerungs-
angaben von 60 bis 230fach und eine weitere für die
Objektivsegmente 1+2 mit der Vergrößerungsangabe 30 bis
50fach. Dieses ungewöhnlich gut erhaltene Gerät gleicht im
wesentlichen dem in Schmitz (Schmitz, E.-H. (1981- 1990):
Handbuch zur Geschichte der Optik. Ergänzungsband 2a:
Das Mikroskop. Wayenborgh, Bonn, Seite 128). Das hier
gezeigte Instrument von Plößl zeigt jedoch keinen
Beleuchtungsapparat und keinen Feintrieb, was bei einer
Endvergrößerung von 230fach noch praktikabel ist.

Simon Plößl (1794 -1868) absolvierte zunächst eine Lehre als Drechsler und erlernte anschließend das Optikerhandwerk bei Johann Friedrich Voigtländer (1778 - 1857), wo er von 1812 bis 1823 arbeitete. Im Jahre 1823 gründete er eine eigene Werkstatt in Wien, in der zunächst hauptsächlich Fernrohre produziert wurden, und erhielt dort 1835 das Bürgerrecht. Die Mikroskopobjektive aus der Plößlschen Werkstätte zeichneten sich sehr schnell durch gute chromatische und sphärische Korrektur aus,
so daß Plößl zu recht als ein Vorreiter bei der Entwicklung hochkorrigierter Optik genannt
werden muß. Dieser Erfolg wird unter anderem auf die Zusammenarbeit mit dem Mathematiker
Simon Stampfer (1792 - 1864) zurückgeführt. Die Erzeugnisse der Werkstätte Plößls fanden
große Anerkennung, was sich z.B. in der Verleihung der goldenen Medaille auf der Wiener Industrieausstellung widerspiegelt.
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