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Weitere Kennzeichen dieses großen Mikroskops sind die beiden Rändelschrauben am Tubusträger ("bar-limb"): Die hintere Schraube dient der Fixierung des gesamten Tubusträgers, so daß ein Schwenken des Tubus möglich ist, wohingegen die vordere den Feintrieb in folgender Weise steuert: Durch das Drehen der Rändelschraube wird ein Hebel bewegt, der im Arm verborgen ist, der wiederum auf einen Innentubus wirkt, welcher das Objektiv bzw. den Zwillingsrevolver trägt. Dieser Feintrieb wurde ungefähr zeitgleich (1843) von Hugh Powell (1799 - 1883) beschrieben, so daß nicht geklärt werden kann, wer diese Art der Fokussierung erdacht hat. Eine sehr ähnliche Art der Feinfokussierung über einen verschiebbaren Innentubus wurde allerdings von Joseph Jackson Lister, einem Mitstreiter von Andrew Ross, bereits 1839 eingeführt.
Das Zubehör umfaßt folgende Komponenten: einen höhenverstellbaren Auflichtkondensor ("bullseye condenser") mit Plankonvexlinse, 4 Okulare (eines davon mit Zeichenprisma und ein weiteres mit Nicol-Prisma), 3 Objektive (zwei signierte Objektive: Ross ½ inch, U, 5, C und ¼ inch A. Roßs 1851, coverd, uncovered - beide mit Deckglasdickenkorrektur, ein unsigniertes 1 inch, was jedoch wahrscheinlich von Ross stammt, alle verfügen über RMS-Gewinde), einen Lieberkühnspiegel mit Behälter für das 1 inch und einen Auflichtspiegel (180º) für das ½ inch Objektiv, einen Zwillingsrevolver ("twin nosepiece") mit Ross-Gewinde auf der Tubus- und RMS-Gewinde auf der Objektivseite, einen Kondensor mit Nicol-Prisma, einen Dunkelfeldkondensor, einen Lochblendenrevolver, eine Tischpinzette sowie eine einfache Messingpinzette. Das Zubehör wird in 6 Schubladen mit Ebenholzgriffen verstaut, die sich in einem großen Mahagonikasten (53 X 27 X 30cm) mit seitlichen Tragegriffen befinden.
Für das hier gezeigte Mikroskop No. 1 erhielt Ross den ersten Preis auf der Weltausstellung 1851 sowie die Council Medal. Die Begründung der Preisrichter sei hier kurz in der Übersetzung wiedergegeben: "Ross stellt ein Mikroskop aus, dessen mechanische Teile ausnehmend gut sind: die Bewegungen gehen zügig und spielfrei; das Stativ ist solide und trotzdem nicht unpraktisch. Die Objektgläser enthalten zusammengesetzte Linsen aus verschiedenartigem Glas, die eine Kombination bilden, um das sekundäre Spektrum einzuengen. Das ist in einer Vollkommenheit gelungen, daß man kaum noch eine Farbtrennung wahrnimmt. "
Die Qualität der Optik von Ross fand überall Anerkennung. Dies gilt besonders für das 1/12 inch Trockenobjektiv, das einen Öffnungswinkel von 170º hat, was einer N.A. von 0,996 entspricht und damit an die Grenze des physikalisch Machbaren reicht.
Die erste Abbildung und Beschreibung von einem Ross No.1 erschien in einer Anzeige im Dezember 1843. Derselbe Kupferstich wurde von John Quekett als Titelbild für sein berühmtes Werk "A Practical Treatise on the Use of the Microscope" verwendet, das 1848 in der ersten Auflage erschien. Die Beschreibung der Korrekturfassung, die zwei der drei vorhandenen Objektive zeigen, erschien 1837 in Ross' Artikel "An adjusting Object-glass" und etwas ausführlicher 1839 in "The Penny Cyclopaedia of the Society for the Diffusion of Usefull Knowledge" (Bd. 15).
Ross gründete seine Werkstatt im Jahre 1830 in Clerkenwell, Albemarle Street am St. John's Square und produzierte zunächst Präparationsmikroskope und Fernrohre. 1837 zog er nach Piccadilly, Regent Street 33 und signierte seine Geräte bis 1841 mit Andw. Ross & Co, wobei sich hinter dem Co. Joseph Jackson Lister verbirgt.
Andrew Ross
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Großes Forschungsmikroskop No.1 von Andrew Ross
(Höhe bei eingefahrenem Tubus: 53 cm; bei
ausgefahrenem: 63 cm). Die Signatur A. ROSS,
LONDON, No. 451
befindet sich dem Betrachter
zugewandt am Fuß. Darüber hinaus ist eine jüngere
Gravur des Händlers (Supplied by BROADHURST,
CLARKSON & CO, 63. FARRINGDON ROAD EC
) am
Fuß des Gerätes und an der Tür des Mahagoni-
kastens abzulesen. Bei diesem Gerät handelt es sich
um eines der wichtigsten Mikroskope in der
Geschichte der Mikroskopie überhaupt. Das hier
gezeigte Instrument wurde um 1852 produziert, einige
Teile stammen von 1851, wie z.B. ein von Andrew
Ross (1798 - 1859) persönlich signiertes Objektiv
mit Deckglasdickenkorrektur nach Joseph
Jackson Lister (1786 - 1869).
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Es zeigt wesentliche Veränderungen, die für die Weltausstellung 1851 erstmals umgesetzt wurden, wie z.B. der kombinierte Dreh- und Schiebetisch, der außerdem durch zwei Rändelräder die volle Funktion eines Kreuztisches zeigt, und der über vier Rändelräder bewegliche Kondensor (je eines für die X-, Y- und Z-Achse und ein weiteres, das eine 360º-Drehbewegung ermöglicht). Die Form des Fußes "Y-Fuß" (oder Y-Flachfuß, Ross-Fuß) mit den beiden stabilen Platten, zwischen die der Tubusträger eingehängt ist, war ebenfalls eine Neuheit, die den Mikroskopbau besonders in England für ein halbes Jahrhundert bestimmte. Der riesige Plan-/Konkavspiegel (Durchmesser 8,5 cm) ist in der Höhe verstellbar.
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Objektive von Ross, die zu den besten seiner Zeit gehören. Von links nach rechts: 1 In. Ross London, 1 1/2 In A. Ross 1857, Ross London ½ In. (Deckglasdickenkorrektur: covered/uncovered), A. Ross London 1/4 In. 1851 (Deckglasdickenkorrektur: covered/uncovered), Ross London 1/4 In. (Deckglasdickenkorrektur: covered/uncovered), A. Ross London 1/8 In. 1857 (Deckglasdickenkorrektur: covered)
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