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Secretan
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Französisches Trommelmikroskop von Secretan um
1860 (Höhe mit geradem Tubus und Mikrometer-
Okular: 36cm). Dieses große Mikroskop im Stile der
Mikroskope von Georges Oberhaeuser (1798 - 1868)
und Camille Sébastian Nachet (1798 - 1881)
ist am Tubusträger in schöner Schreibschrift
Secretan à Paris signiert. Wie bei den meisten
Trommelmikroskopen erfolgt die Grobfokussierung
über das Schieben des Tubus, die Feinfokussierung
über ein Rändelrad unterhalb des Tisches. Die
Beleuchtung wird über einen Plan-/Konkavspiegel und
eine höhenverstellbare Lochblende reguliert.
Das Mikroskop wird liegend in einem
abschließbaren Mahagonikasten aufbewahrt.

Das Zubehör für dieses Mikroskop ist umfangreich: XY-Tisch über Mikrometerschrauben und Federmechanismus, fokussierbares Mikrometerokular mit zwei distinkt beweglichen Nadeln, zwei weitere Okulare (Nr. 1 und eines ohne Kennzeichnung), nummerierte Objektivsegmente (4 Stück in einem kleinen Holzkasten), Winkeltubus nach Oberhaeuser für horizontale Betrachtung und zum Zeichnen, rechteckige Livebox, zwei Holzobjekmikrometer (1. signiert mit Secretan, Paris 1/100 de Millimètre und 2. signiert mit 1 Millimètre Divise en 100 Parties), drei Lochblenden, eine Elfenbein/Ebenholz-Auflage für Präparate, mikroskopisches Besteck, Auflichtkondensor (Plankonvex Linse auf separatem Ständer) sowie ein Sömmering'scher Zeichenspiegel (benannt nach dem Neuroanatom Thomas Sömmering 1755 - 1830). Zu diesem Zeichenspiegel findet sich in der zeitgenössischen Literatur folgende Beschreibung: Der Sömmering'sche Spiegel ist ein Metallspiegelchen von kleinerem Durchmesser als die Pupille des Auges, das mittelst eines federnden Ringes vor das Okular gebracht wird. Es wirft, unter 45 Grad gestellt, ein Bildchen in's Auge, ohne, weil es kleiner ist als die Pupille, zu verhindern, daß das Auge einen hinter dem Spiegelchen sich bewegenden Bleistift wahrnimmt. Man kann also auf dem Papier die Conturen des Bildes nachfahren. (Gustav Jäger 1868: Die Wunder der unsichtbaren Welt enthüllt durch das Mikroskop, 2. Auflage).

Der Lausanner Mathematiker Prof. Marc Francois Louis Secretan (1804 - 1867) zog 1844 nach Paris, wo er sich 1845 mit Nicolas Marie Paymal Lerebours (1807 - 1873) zusammenschloss (Sohn des Firmengründers Noel Jean Lerebours 1761 -1840). Nachdem Nicolas Marie Paymal Lerebours 1855 in den Ruhestand trat, übernahm Secretan die Firmenleitung. Neben der Signatur Lerebours et Seceretan, die seit 1845 bis ins spätere 19. Jahrhundert verwendet wurde, signierte Marc Francois Louis Secretan als Alleininhabernr für wenige Jahre auch gelegentlich Geräte, die nur seinen Namen tragen. Wichtige Kooperationspartner dieser Zeit waren der Konstrukteur William Eichens und der berühmte Physiker Bernard Léon Foucault (1819 - 1868, experimentelle Ermittlung der Lichtgeschwindigkeit, Focault'sches Pendel zum Nachweis der Erdrotation etc.). Nach dem Tode von Marc Francois Louis Secretan führte sein Sohn August (1833 - 1874) und dessen Cousin Georges Emmanuel Secretan (1837 - 1906) das Unternehmen und im Anschluss sein Enkel Paul Victor Secretan bis in das frühe 19. Jahrhundert. In diesem Zeitraum wurden jedoch in erster Linie Geräte wiederverkauft und weniger gefertigt. Die Firma erlosch in den 50zigern des 20. Jahrhunderts.

Eines der wesentlichen Verdienste dieser weltberühmten Firma stellt die Produktion einmaliger Teleskope, Objektive, Spiegel sowie diverser Geräte für große Sternwarten dar.
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