herstellerübersicht rundgang
Rudolf Winkel
click for details
F
ü
r

D
e
t
a
i
l
s

k
l
i
c
k
e
n
Messingmikroskop (Stativ 5b) von R. Winkel, Göttingen
um 1880 (Höhe bei eingefahrenem Tubus: 28 cm) mit
Feintrieb über Prismensäule, Grobtrieb über den
Schiebetubus, Auszugstubus, höhenverstellbarem und
schwenkbarem Plan-/Konkavspiegel. Das Zubehör
umfaßt die Okulare Nr. 1, Nr. 3 sowie Nr. 5, die
Objektive Nr. 3 und Nr. 8, einen höhenverstellbaren
Kondensor und eine Lochblende. Die Signatur
R. Winkel, Göttingen befindet sich auf dem Tisch. Die
Oberseite des Fußes ist marmoriert, der Rest klar
zaponiert. Ein Kasten ist nicht mehr vorhanden
Rudolf Winkel (1827 - 1905) wurde am 4. September 1827 in Göttingen als Sohn eines Lehrers geboren. Da sein Vater früh starb, war er bereits als Junge gezwungen für sich selbst zu sorgen. Im Jahre 1841 begann er eine Lehre als Maschinenbauer bei der Firma Lipperts in Hamburg und arbeitete anschließend in der Egesdorf'schen Maschinen Fabrik zu Hannover. Es folgten Anstellungen bei Moritz Meyerstein (1808 - 1882) in Göttingen, bei F. W. Breithaupt in Kassel sowie bei mehreren anderen Mechanikern. 1857 eröffnete Rudolf Winkel in der Goethe Allee in Göttingen eine kleine Werkstatt, in der er zunächst kleinere Auftragsarbeiten für die Universität durchführte. Da die Auftragslage gut war, stellte er bereits ein Jahr später seinen ersten Lehrling ein: Friedrich Gustav Voigt (1844 - 1886), der sich ebenfalls 1869 in Göttingen erfolgreich selbständig machte. Der Durchbruch für Winkel begann mit der Produktion von Trichinenmikroskopen im Jahre 1866, die begünstigt durch eine Trichinose-Epedimie im nicht weit entfernten Südhannoverschen Raum guten Absatz fanden. Aber auch größere Forschungsmikroskope fanden bei den Forschern bald Anklang. Die drei Söhne Rudolf Winkels Carl (1857 - 1908), Hermann (1860 - 1935) und Albert (1863 - 1919) traten 1872, 1877 und 1880 als Lehrlinge dem Unternehmen bei. Aufgrund der positiven Entwicklung der Auftragslage, wurden die Räume in der Goethe Alle bald zu klein und die Firma siedelte in eine größere Werkstatt am Düsteren Eichenweg 9 um. Die Firma expandiert weiter, weitere Umzüge folgten: 1890 waren 21 Mechaniker, 9 Glasschleifer und mehrere Tischler dort beschäftigt.

Die Firma Zeiss brachte 1886 die ersten apochromatischen Mikroskopobjektive auf den Markt, ein wesentlicher Verdienst von Ernst Abbe (1840 - 1905), die jedoch im Jahre 1893 durch die hervorragenden Fluorit-Systeme aus dem Werk von Winkel Konkurrenz bekamen. Auch noch heute finden Fluorit-Objektive weite Verbreitung. Als Rudolf Winkel am 29. Januar 1905 starb führten zunächst die drei Söhne das Unternehmen weiter und nahmen 1907 den Kaufmann Georg Hausmann in die Firma auf. Im Jahre 1911 wurde diese erfolgreiche Firma in eine GmbH umgewandelt und im selben Jahr wurde die Firma Zeiss Hauptgesellschafter. Zum 100jährige Firmenjubiläum 1957 waren 1180 Mitarbeiter beschäftigt. Im Herbst desselben Jahres ging das Werk von Winkel vollständig im Zeiss-Konzern auf (Eine detaillierte Beschreibung der Firmengeschichte findet sich bei: Schmitz, E.-H. (1981 - 1990) Handbuch zur Geschichte der Optik. Ergänzungsband 2a: Das Mikroskop. Wayenborgh, Bonn).
herstellerübersicht rundgang